Jennifer Paetsch: Liquid Democracy – Die Zukunft der Demokratie?

Jennifer Paetsch: Liquid Democracy – Die Zukunft der Demokratie?


Also, man sieht einfach, Menschen sind engagiert
in großer Zahl, und das Engagement hat nicht nachgelassen. Allerdings das Engagement in traditionellen
politischen Strukturen hat nachgelassen. Und hier stellt sich schon die Frage: Wie können
diese bottom-up-Prozesse, die stattfinden, wo Menschen sich zusammenschließen und mobilisieren,
wie kann das auch in das politische System wieder integriert werden und einfließen? Es ist auch eines der Projekte, mit denen
wir, glaube ich, als Verein auch bekannt geworden sind, das ist enquetebeteiligung.de. Das war
die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, die die Software, die wir entwickeln,
Adhocracy, auch eingesetzt hat, um die Öffentlichkeit in ihre Arbeit einzubeziehen, und die Arbeit
aus so einer Enquete-Kommission besteht ja auch darin, Handlungsempfehlungen an den Bundestag
am Ende zu überreichen. Und es war jetzt ein sehr spezielles Thema, zu dem es auch
sicherlich nicht jeder oder jede Bürgerin sich einbringen kann, also wenn ich da an
die Urheberrechtsfragen oder an die technischen Fragen denke, die dort diskutiert wurden,
dann ist es schon eine fachlich hohe Hürde gewesen. Nichtsdestotrotz war aus unserer
Sicht das ein erster Schritt, tatsächlich auch Prozesse im Bundestag zu öffnen und
die Öffentlichkeit daran zu beteiligen. Am Ende wurden tatsächlich Vorschläge, die
auf der Plattform enquetebeteiligung.de eingebracht wurden, teilweise im Wortlaut in diese Handlungsempfehlungen
auch übernommen. Und daran sieht man, dass anscheinend zusätzlich zu den Abgeordneten,
Experten, also es sich ja immer Sachverständige auch in einer Enquete-Kommission, dass es
doch noch zusätzliche Expertise gibt, die zu einer Verbesserung von dem Produkt, das
am Ende stehen soll, hier waren es jetzt Handlungsempfehlungen, es könnte aber auch ein Gesetzestext sein,
beitragen können. Die Idee dahinter ist schon, dass es sich
ja von alleine verbreitet, dadurch dass es jeder auch nutzen kann und sich installieren
kann oder eigene Prozesse mit unserer Software machen kann. Ein Projekt, das wir selbst,
also im Auftrag machen, ist zurzeit das Tempelhofer Feld. Da gab es ja den Volksentscheid, dass
das Tempelhofer Feld nicht bebaut wird, und jetzt fragt die Senatsverwaltung die Berliner
Bevölkerung, was denn für Ideen da sind, wie das Tempelhofer Feld in Zukunft genutzt
werden könnte. Dort werden beispielsweise Themen diskutiert wie die Öffnungszeiten,
zurzeit ist es ja immer noch nachts geschlossen, und Möglichkeiten, wie man das verändern
kann, aber auch einzelne Gruppen, die im Moment sehr aktiv sind auf dem Tempelhofer Feld,
man denke da an diese Gärten, die es gibt, sind bestrebt, natürlich ihre Interessen
dort einzubringen und zu diskutieren.

1 Comment on "Jennifer Paetsch: Liquid Democracy – Die Zukunft der Demokratie?"


  1. Zum Thema Demokratie habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Ich bin da sehr skeptisch. Würde mich sehr über Feedback zu meinem Video freuen. Hier mein Demokratie talk: https://youtu.be/-KJpgZisbt4

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